02.05.2008

Dani Eymann in der Jungfrau-Zeitung!


Mountainbike 29. April 2008
«Im Laufe der Saison komme ich in Fahrt»
Zögerlicher Start für Daniel Eymann aus Interlaken
Der Mountainbiker Daniel Eymann aus Interlaken erwischte einen mässigen Saisonstart. Nach vier Rennen in der Kategorie U23 Amateure zeigt sich der Interlakner nur mässig zufrieden mit den Resultaten. Und doch ist Daniel zuversichtlich. Über seine Ziele spricht er mit dieser Zeitung.

Daniel Eymann aus Interlaken hat die Saison mässig begonnen. «Das ist normal», lacht der letztjährige Zweitplatzierte der Eiger Bike Challenge. «Mein erstes Rennen ist immer verhältnismässig schlecht. Im Lauf der Saison komme ich dann schon in Fahrt», fügt er an. Das bleibt zu hoffen. Die Herausforderung ist gross: Seit Beginn 2008 muss Daniel Eymann eine Kategorie höher antreten. Dabei treffen die ehemaligen Junioren, die vor allem bestrebt sind, die Elite-Qualifikation möglichst schnell hinter sich zu bringen, auch auf viele Masters und Amateurfahrer. «Die Herausforderung in dieser Kategorie ist, dass die Spitze breiter gesäht ist als bei den Junioren», erklärt der Mountainbiker.

Zögerlicher Anfang
Bei den ersten zwei Swisspower Cups machte ich die grosse Konkurrenz bemerkbar und Eymann verlor jeweils nach schnellen ersten Rennhälften an Schwung und damit auch viele Plätze. In Buchs, wo der Swisspower Cup als erstes Halt machte, resultierte daraus der 16. Schlussrang. Beim zweiten Cuprennen in Wintherthur sah es lange gut aus für den jungen Interlakner. Daniel Eymann fuhr voran und hielt sich an der Spitze. Er belegte bis zur letzten Zieldurchfahrt Rang fünf, musste jedoch danach für die lange Alleinfahrt auf der flachen Strecke Tribut zollen und sich noch von einer Sechsergruppe überholen lassen. Der 11. Rang stellte ihn nur mässig zufrieden.

Ein gutes schlechtes Rennen
Auch das Rennen in Muttenz lief nicht besonders gut für Eymann, aber doch danz anders. Ein anderer Fahrer kollidierte in der Startrunde mit Daniel Eymann. «Ich stürzte, stand aber gleich wieder auf, drehte den Lenker zurecht und fuhr weiter», erinnert sich der Bödeler. Ans Aufgeben habe er keine Sekunde gedacht. Er fahre ja nicht bis nach Basel, um nach drei Minuten aufzugeben, erläutert Eymann die Situation. Obwohl Daniel wegen des Sturzes als Letzter in den ersten Aufstieg fuhr, überholte er kämpferisch Fahrer um Fahrer. «Es war anstrengend, ich hatte keinen Mitfahrer und musste die ganze Fläche inklusive Aufstieg allein fahren», erinnert sich Daniel. Und doch: Vom 70. Rang stiess er noch bis auf den 14. Rang nach vorne. Dass er trotz der vielen zu überholenden Fahrer dieselben Rundenzeiten wie der viertplatzierte Teamkollege Giancarlo Sax fuhr, zeigt, was an diesem Wochenende möglich gewesen wäre. Muttenz weist also vielleicht darauf hin, was Daniel Eymann in dieser Saison noch zu leisten vermag.

6. Platz in Homberg
Am Wochenende des 18. /19. April büsste der 18-Jährige aber wieder ein wenig von seinem Hochgefühl ein. Nach einer Trainingswoche mit über 15 Stunden intensivem Training kam er nicht über den 6. Platz beim regionalen Homberg Race hinaus. Zu Beginn konnte Daniel Eymann noch mit der Spitze mithalten und sich sogar etwas absetzen. «Ich hatte aber noch das harte Training in den Knochen und musste den späteren Sieger Florian Meyer ziehen lassen», so der Interlakner. Eymann weiss aber, dass er in der Wettkampfphase weniger trainieren sollte. «In dieser Zeit schone ich meine Kräfte. Meistens trainiere ich bis zu zehn Stunden», so Eymann. In der intensiven Trainingszeit verdoppelt sich die Anzahl Stunden pro Woche. «Ich will alles auf den Sport setzen», sagt der Polymechanikerlehrling. Auch wenn es manchmal stressig sei. Schliesslich bleibe nicht mehr viel neben Sport und Beruf gibt Eymann zu.
Der Traum ist Olympia
Dennoch, Biken ist für Daniel Eymann immer ein Hobby geblieben: «Die Freude am Sport ist essenziell, schliesslich verdient der professionelle Mountainbiker nicht viel», so Daniel Eymann. Im Gegenteil. So ist Eymann auch froh, um die finanzielle Unterstützung seitens seiner Sponsoren Wohncenter von Allmen, Lowa Schuhe, Thömus Velo Shop und Balmers Herberge. Diese Sponsoren helfen ihm, seinen Traum zu verwirklichen, dem Daniel Eymann immer näher rückt. «Eine Olympiateilnahme wäre natürlich mein Traum», sagt Daniel. Aber die Schweiz hat nur drei Startplätze und damit blieben bei fünf Kandidaten auf die Medaille zwei zu Hause. Nicht nur Können und Ausdauer spielen hier eine Rolle.
Eine vielversprechende Saison
Momentan stehen aber ohnehin die «kleinen» Ziele im Vordergrund. «Ich will die Freude am Sport behalten und gute Platzierungen einfahren», meint Eymann. Den Sprung in die Elite ist ein weiteres Ziel, welches aber beinahe gesichert ist. Nach drei Rennen hat Daniel Eymann schon 42 der nötigen 100 Punkte eingefahren. Und trotz Startschwierigkeiten bleibt der Interlakner ruhig: «Den Druck, den ich vor dem Rennen habe, kommt nur von mir und damit vermag ich umzugehen», sagt er. In den vier Jahren, in denen Eymann nun schon Rennen fährt, hat er gelernt, seine Stärken und Schwächen einzuschätzen und hat damit ein solides Selbstbewusstsein gewonnen. «Das Selbstvertrauen war früh da, wurde aber durch die fehlende Form etwas in Frage gestellt», sagt der junge Sportler. Mit der Formsteigerung darf man sich also auf eine vielversprechende Saison freuen.

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