28.08.2012

Die lieben Waldbesitzer!

Ja was soll man da noch sagen?! Herr Flückiger und die Waldbesitzer scheinen eine neue Einnahmequelle gefunden zu haben. Wenn man allerdings mit den Gemeindearbeitern spricht welche die Wege durch die Wälder Instand- und in Ordnung halten, dann sieht die Sache anders aus. Der private Waldbesitzer muss die Wege welche durch seinen Wald führen nicht unterhalten. Muss nichts dafür bezahlen, dass der Weg gepflegt wird. Diese Aufgabe wird von den Gemeindearbeitern erledigt. Die Gemeinde macht für den Kanton eine Abrechnung und bekommt dann einen kleinen Anteil an den Peronalkosten zurück erstattet.

Diese Idee hingegen gefällt mir:)

"Was würde die Vignette ändern?
Das Geld aus dem Verkauf käme in unseren bereits bestehenden Fonds für Wald und Tourismus. Daraus könnten wir Projekte finanzieren, gefragte Erholungsgebiete aufwerten und Waldbesitzer entschädigen. Mit der Waldpass- oder Vignettenlösung könnten wir Zänkereien verhindern: Der Waldbesitzer wäre stolz auf seinen Single-Trail, und der Biker würde sich über ein tolles Angebot freuen."

Ob das wohl so einfach geht? Oder will uns Herr Flückiger seine Vignette schmackhaft machen? Wer weiss wohin das Ganze noch führt? Vielleicht können wir in Zukunft Waldstücke von den Besitzern pachten, den Wald für unsere Zwecke "unterhalten". Wie sieht das eigentlich mit dem Wald aus welcher den Gemeinden und dem Staat gehört. Gehört der nicht auch einbisschen jedem von uns?

Was ist der "Fonds für Wald und Tourismus"? Habe nirgends etwas gefunden, komisch!

Spannende Lektüre vom Kanton Bern ab Seite 24 wird es interessant: http://www.regiosuisse.ch/docs/grundlagen-fondements-basi/umsetzungsprogramme-programmes-de-mise-en-oeuvre-programmi-di-attuazione-cantonali-2012-2015/up-be-2012-2015.pdf

Auch das wenn es mal ums Jagen geht: http://www.gr.be.ch/etc/designs/gr/media.cdwsbinary.DOKUMENTE.acq/8191f8d2d01a47f58aeeeda253d1cb78-332/2/PDF/2012.0424-Vorstossantwort-D-54868.pdf











Link zum Artikel: http://www.bernerzeitung.ch/region/kanton-bern/Duerfen-wir-kuenftig-nur-noch-mit-Vignette-in-den-Wald/story/26720079

Stefan Flückiger, Sie möchten den Berner Wald einzäunen und Eintritt verlangen. Stimmts?
Stefan Flückiger: Nein. Wir wollen eine Nutzung des Waldes auch für jene ermöglichen, die nicht Waldeigentümer sind. Aber seit einigen Jahren ersitzt sich die Öffentlichkeit Leistungen, ohne sich an den Kosten zu beteiligen.

Welche Leistungen?
Insbesondere Erholungsleistungen. Nutzniesser profitieren von einer jahrzehntelangen Waldpflege, sind aber nicht bereit, sich an den Kosten zu beteiligen.

Wieso sollte der Biker plötzlich an die Waldpflege bezahlen?
Ein Erholungswald muss bewirtschaftet, alte Bäume müssen herausgeholt, Jungwald gepflegt werden. In den vergangenen hundert Jahren konnte dieser Aufwand über den Holzpreis querfinanziert werden. Und es gab deutlich weniger Erholungsuchende. Aber in den letzten Jahrzehnten zeichnet sich ab, dass die Querfinanzierung nicht mehr funktioniert und die Waldbesitzer privates Vermögen abbauen müssen, um die Waldpflege aufrechterhalten zu können.

Was kümmert es den Biker, ob alte Bäume stehen bleiben?
Ein nicht gepflegter Wald stellt langfristig ein Risiko dar. Aus politischer Sicht ist dieses nicht gross, weil die Auswirkungen einer vernachlässigten Waldpflege nicht in einer Legislatur spürbar werden.

An welche Risiken denken Sie?
Einerseits an finanzielle. Wenn man einen nicht mehr gepflegten Wald später vitalisieren will, entstehen viel höhere Kosten, als wenn man immer drangeblieben wäre. Diese müsste die Öffentlichkeit tragen müssen, weil der Waldbesitzer keine Bewirtschaftungspflicht hat. Andererseits ist es schlicht gefährlich für den Waldbesucher. Wer durch nicht gepflegten Wald geht, muss damit rechnen, etwa vom Ast eines toten Baumes getroffen zu werden.

Haftet der Waldbesitzer?
Grundsätzlich nicht. Es gibt keine abschliessenden Gerichtsentscheide. Aber Kosten entstehen bereits ab dem Zeitpunkt, wo ein Waldbesucher sich gegen ungerechtfertigte Forderungen eines Geschädigten verteidigen muss. Dafür werden im Kanton Bern jährlich Zehntausende von Franken ausgegeben. Mit dem Bevölkerungsdruck und der zunehmenden Mentalität, jemanden verantwortlich zu machen, wenn etwas passiert, gerät der Waldbesitzer zunehmend unter Druck.

Und nun: Wie viel pro Hektare fordern Sie, damit Waldbesitzer den Wald gesund erhalten?
Das kommt darauf an, von welchen Waldleistungen wir sprechen. Beim Schutz vor Naturgefahren sind die Leistungen heute gut finanziert. Dann gibt es den Bereich Grundwasserschutz. 40 Prozent des Grundwassers im Kanton Bern wird im Wald gewonnen, Bewirtschaftungsvorschriften in der Grundwasserschutzzone haben die Waldbesitzer sehr wohl, eine Entschädigung für die Grundwasserproduktion aber haben sie nicht. Wir haben die Kosten ermittelt: Sie würden 5 Rappen pro Kubikmeter Grundwasser ausmachen.

Möchten Sie jetzt also ähnlich wie in der Landwirtschaft auch im Wald eine Art Direktzahlungen für öffentliche Leistungen?
Nein, ausser im Bereich des Schutzwaldes und für Leistungen, die nur der Staat bestellen kann, wollen wir kein Geld vom Staat. Wir wollen nicht das Direktzahlungssystem kopieren, das die Macht die der Verwaltung stärkt und garantiert nicht zur Eigenwirtschaftlichkeit der Branche führt. Der Nutzniesser, der in den Wald geht, würde dieser Leistung auch nicht mehr Wertschätzung entgegenbringen. Zudem wäre der Betrag wohl abhängig von den aktuellen Staatsfinanzen.

Wie wollen Sie denn zu Geld kommen?
Das richtige Instrument wäre eine Vignette oder ein Waldpass. Statt der Haftpflichtvignette fürs Velo würden Biker und Reiter eine Waldvignette kaufen.

Und der Hundebesitzer, der im Wald spazieren geht?
Der Fussgänger bewegt sich im Wald, ohne Schäden zu verursachen. Er beteiligt sich indirekt an den Kosten der Waldpflege, indem er geholfen hat, Strassen zu finanzieren. Er ist höchstens ein Problem, wenn er bei Holzschlägen über sämtliche Abschrankungen klettert. Aber wir wollen wirklich keinen Zaun um den Wald ziehen, sondern ihn zugänglich erhalten – im Rahmen des Gesetzes.

Das Gesetz spricht vom freien Betretungsrecht im Wald.
Mit «Betreten» waren nicht Velopedale gemeint und auch nicht Steigbügel an den Füssen. Diese Betretungsformen – wie auch das Schneeschuhlaufen – hat man sich in den letzten Jahrzehnten ersessen. Leider wurde bis heute kein Zivilprozess durchgeführt, um gerichtlich zu klären, was zum Betreten gehört und was nicht. Die Nutzniesser haben sich immer mehr Rechte herausgenommen. Aber meine Haltung ist klar: Jede Form, die nicht auf den Füssen stattfindet, ist nicht mehr Betreten. Ich würde sofort eine Vignette kaufen.

Was ist schlimm, wenn Biker im Wald eine Bikerpiste einrichten?
Wenn ein Verein im Wald mit Einwilligung des Waldbesitzers eine Piste baut und aus irgendeinem Grund verschwindet, haftet der Waldeigentümer am Ende als Werkeigentümer. Für den Rückbau und weitere Schäden haftet dann der Grundbesitzer. Deshalb empfehlen wir den Waldeigentümern, nie mit Vereinen über irgendwelche Werke im Wald zu verhandeln. Es braucht eine Organisation, die sich mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht auflöst. So kann etwa die Einwohnergemeinde die Partnerschaft eingehen oder für den Verein eine Bürgschaft übernehmen. Mit organisierten Erholungsuchenden kann man so arbeiten. In grösseren Hotspots in Bern, Biel, Thun hat man das bereits im Griff. Wo man es nicht im Griff hat, ist dort, wo sich der Nutzer gegenüber dem Waldbesitzer nicht zu erkennen gibt.

Was würde die Vignette ändern?
Das Geld aus dem Verkauf käme in unseren bereits bestehenden Fonds für Wald und Tourismus. Daraus könnten wir Projekte finanzieren, gefragte Erholungsgebiete aufwerten und Waldbesitzer entschädigen. Mit der Waldpass- oder Vignettenlösung könnten wir Zänkereien verhindern: Der Waldbesitzer wäre stolz auf seinen Single-Trail, und der Biker würde sich über ein tolles Angebot freuen.

Was würde die Vignette kosten?
Damit tatsächlich Projekte realisiert werden könnten, wäre ein Preis von etwa 15 Franken pro Jahr sinnvoll. Je nach Bedarf und Projektnachfrage müsste dieser angepasst werden können.

Was ist mit jenen, die im Wald Party feiern und campieren?
Die brauchen heute schon eine Bewilligung. Aber das ist ein anderes Thema. Hier ist der Staat in der Verantwortung, dass geltendes Recht auch vollzogen wird.

Wollen Sie jetzt Grossräte animieren, sich in der laufenden Revision des Waldgesetzes für die Einführung einer Waldvignette starkzumachen?
Im Moment sind wir in der Aufklärungsphase. Es ist nachvollziehbar, dass Regierungsrat Andreas Rickenbacher das in Aussicht gestellte Verbot für Biker und Reiter zurückgezogen hat. Aber jetzt zu sagen, man habe über das Ziel hinausgeschossen, wie er es gemacht hat, zeigt, dass das Problem noch nicht erkannt ist. Für die Waldeigentümer stehen in der Revision aber auch andere Themen im Zentrum.

Glauben Sie, dass die Politik auf die Idee mit der Vignette eintreten wird?
< Die Bereitschaft der Politik, auf ein Instrument einzutreten, zeigt die Werthaltung einer Gesellschaft. Heute sollte alles gratis sein, vom Staat kommen, mit möglichst wenig Verantwortung verbunden sein, aber möglichst viel erlauben. Wir werden genau analysieren, welche Werthaltungen der Grosse Rat in der Revision aussendet.

Stefan Flückiger (41), lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Kappelen. Er ist Forstingenieur ETH, arbeitet zu 80 Prozent als Rektor der Kaufmännischen Berufsschule Emmental und zu 20 Prozent als Geschäftsführer des Verbands Berner Waldbesitzer, der die Interessen von rund 36'000 Waldbesitzern im Kanton Bern vertritt. (Berner Zeitung)


Beitrag von Heute im 10vor10:

10vor10 vom 28.08.2012


Mittwoch: Die Posse geht weiter, genau wie es Herr Flückiger geplant hat!
http://www.bernerzeitung.ch/region/kanton-bern/Die-Waldvignette-ist-ein-Schildbuergerstreich-/story/28078098

«Die Waldvignette ist ein Schildbürgerstreich»

Von Dominik Balmer. Aktualisiert um 07:45 63 Kommentare

Die Idee einer Waldvignette für Biker und Reiter stösst auf breiten Widerstand. Regierungsrat Andreas Rickenbacher spricht sogar von einem Schildbürgerstreich.

Eine Vignette fürs Biken im Wald? Die Idee stösst auf Widerstand.

Eine Vignette fürs Biken im Wald? Die Idee stösst auf Widerstand.
Bild: Keystone

Seit diesem Jahr brauchen Velofahrer in der Schweiz keine Vignette mehr. Stefan Flückiger, Geschäftsführer des bernischen Waldbesitzerverbands, möchte eine solche Vignette zumindest im Kanton Bern nun wieder einführen. Biker und Reiter sollen künftig für die Waldnutzung eine Vignette oder einen Pass für 15 Franken kaufen müssen. Der Hintergedanke: Biker und Reiter sind jene zwei Gruppen, die den Wald am stärksten in Mitleidenschaft ziehen, also sollen sie auch zahlen.

Flückigers Idee sorgte auf Bernerzeitung.ch/Newsnet für viele Kommentare, allerdings konnten sich nur die wenigsten Leser mit der Waldvignette anfreunden. Von einer «idiotischen Idee» und einem «modernen Raubrittertum» war die Rede. Ein erzürnter Leser schrieb gar: «Wenn ich für einen Waldbesuch bezahlen muss, dann gehe ich mit der Motorsäge in den Wald.»

Kritik aus den eigenen Reihen

Keine Freude an der Vignette hat auch die Velolobby. «Das ist nicht praktikabel», sagt Christoph Merkli, Geschäftsführer von Pro Velo Schweiz. Und die Velofahrer würden für eine solche Vignette ja nicht einmal eine Zusatzleistung erhalten.

Selbst in den eigenen Reihen läuft Flückiger mit seiner Vignette auf. «Das ist utopisch», lautet der Kommentar von Grossrat Fritz Ruchti (SVP). Ruchti ist Vizepräsident des Berner Waldbesitzer-Verbands und Präsident der Kommission, die das Waldgesetz im Grossen Rat vorberät. Die erste Sitzung der Kommission findet Mitte September statt. Ruchti sagt, er habe «die Fühler noch nicht ausgestreckt», aber eine Waldvignette werde politisch vermutlich keine Chance haben. Der Grosse Rat befindet dann im November über die Teilrevision des Waldgesetzes.

Zu reden gibt das Geschäft aber schon viel länger. Ursprünglich hatte der Regierungsrat ein faktisches Fahrverbot für Biker in die Gesetzesvorlage gepackt. Nach heftigen Protesten krebste die Exekutive wieder zurück. Nun soll eine Arbeitsgruppe zeigen, wie die Konflikte im Wald gelöst werden können. Die Gruppe besteht aus Velofahrern, Reitern und Waldbesitzern.

In diese Gruppe setzt auch Grossrat und Kommissionspräsident Ruchti grosse Hoffnungen. Er plädiert dafür, einen Fonds für Waldbesitzer einzurichten. Dieser Fonds soll von Bikern und Reitern geäufnet werden – und zwar freiwillig. In den Fonds einzahlen sollen laut Ruchti aber nicht Einzelpersonen, sondern zum Beispiel Reitvereine und Veloverbände. Den Vorschlag will Ruchti in die Arbeitsgruppe einbringen.

Einen anderen Weg wählten Freiburg und Solothurn. In beiden Kantonen wird die Abgabe für die Waldnutzung direkt den Steuern abgezogen. In Solothurn heisst der Obolus «Wald-Fünfliber», und in Freiburg kommt generell eine Million Franken an Steuergeldern den Waldbesitzern zugute. Solche Modelle wären auch im Kanton Bern denkbar, sagt der zuständige Regierungsrat Andreas Rickenbacher, derzeit seien sie «politisch aber nicht mehrheitsfähig».

Subventionen für Waldwege

Von einer Waldvignette hält Regierungspräsident Rickenbacher übrigens wenig. Biker und Reiter würden meist die Waldwege nutzen, sagt er. Doch für ebendiese Wege erhielten die Waldbesitzer teilweise eben auch Subventionen. Und dass nun nach dem Ende der Velovignette eine Waldvignette geschaffen werden soll, findet Rickenbacher «heikel». Mehr noch: «Das ist ein Schildbürgerstreich.» (Berner Zeitung)

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