04.10.2013

Bödeli Info Part Two, der zweite Streich!




Mountainbiken ist der schönste Sport der Welt!

Vielleicht wurden meine Sinne, des sensationellen Sommerwetters wegen auch etwas getrübt. Vielleicht war es, weil wir nebst den Bike-Ferien in Österreich noch einige Bau-Tage am ersten Pumptrack im Berner Oberland Ost verrichten durften. Oder ganz einfach weil der Frühling so unglaublich verregnet war und es einem jede freie Minute raus auf das Bergrad riss!

Noch in meiner letzten Kolumne habe ich mich über die bikeinfrastrukturlose Region Berner Oberland beklagt. Just danach fängt plötzlich eine Gruppe Biker im Kandertal an, eine Freeridstrecke mit bestehender Bahnerschliessung zu bauen. Der Gemeinderat in Lauterbrunnen gibt grünes Licht für die Erstellung der schon länger geplanten Bikestrecke von der Grütschalp runter ins Tal. Auf dem Bödeli, dürfen wir ohne grossen Aufhebens einen Pumptrack auf einem Privatgrundstück bauen und in Schwanden können wir unseren Trail ebenfalls um einen kleinen Pumptrack erweitern! Da lacht mein Mountainbikerherz doch gewaltig!

Auch wenn wir, mit einer richtigen Bikedestination verglichen, noch einen ziemlichen Achter im Vorderrad haben. Mit unseren Singletrails, den Freeridestrecken und den Pumptracks können wir nun doch schon etwas vorweisen.

Das waren noch Zeiten, als ich vor etwa 15 Jahren angefangen habe zu Biken. Nach der ersten Bergauffahrt, war ich nahen daran den Drahtesel gleich einstampfen zu lassen. Doch schon nach ein paar Kilometern mehr auf dem Tacho kehrte die Form, nach über 10 Jahren totaler Sportabstinenz zurück. Ich war innert kürzester Zeit wieder ziemlich fit und konnte meine ersten Berge erstrampeln. In der Zeit als die Schweiz mit Alber Iten einen Weltmeister im Downhillen und mit Thomas Frischknecht einen verlässlichen Medaillengewinner an Grossanlässen hatte, dachte wohl noch niemand (ausser Gary Fisher) daran wie weit die Entwicklung der Mountainbikes wohl gehen würde. Das diese Sportart einmal den Sommertourismus in vielen Regionen der Alpen prägen wird.

Ich spinne den Faden für eine Bikedestination Berner Oberland Ost mal weiter.
Im Kanton Bern gibt es momentan 9 800 000 Meter Wanderwege! Kein Witz, eine unglaubliche Zahl! Um nun den bikenden Menschen vollauf gerecht zu werden, sollte ein Teil dieser Wege zusätzlich und hochoffiziell auch als Biketrails ausgeschildert und bekanntgemacht werden. Gemäss einem Positionspapier der Schweizer Wanderwege aus dem Jahr 2010 wird es sogar begrüsst, den Biker auch auf Wanderwegen willkommen zu heissen. Natürlich mit dem gegenseitigen Respekt, welchen man von zivilisierten Menschen erwarten darf. Der gemeine Mountainbiker ist sich übrigens auch gewohnt Hand anzulegen, wenn es mal darum geht Wege zu reparieren und den Unterhalt zu gewährleisten. Die Bergbahnen müssen Biketageskarten verkaufen, nicht zu teuer natürlich, damit ich mit meiner Familie den Lauberhorntrail runterfahren kann. Noch besser wäre es die bikenden Gäste mit einer Gästekarte gratis auf den Berg zu gondeln. Bikehotels würden wie Pilze aus dem Boden schiessen, bei den Talstationen würde Bikewaschanlagen installiert, die Bikeshops würden die Bikevermietungen ausbauen können, der Verkauf von Mountainbikes würde ansteigen und nebst der Eigerbikechallenge würden noch etliche andere Bike-Events bei uns stattfinden. So geht das!
Das Ganze wäre mit relativ wenig Aufwand machbar, ein Singletrail-Paradies ist das Berner Oberland aufgrund der vielen Wanderwege ja jetzt schon. Fehlt eigentlich nur noch die Akzeptanz der Biker auf den Wanderwegen und eine Optimierung der Transportmöglichkeiten.

Bis es soweit ist, nehmen wir es aber noch in kleinen Schritten. Zum Glück aber meist vorwärts. Und wir freuen uns wie die Schneekönige, wenn wir einen kleinen, feinen Pumptrack bauen dürfen!

Es lebe der Sport!

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