22.10.2013

Luftibus!

Daniel Eymann in der Jungfrauzeitung!

Mountainbike21. Oktober 2013

«Noch viel Luft nach oben»

Daniel Eymann hat die Mountainbike-Saison am Weltcupfinale mit seinem persönlichen Bestergebnis abgeschlossen. In den kommenden Wochen und Monaten bereitet sich der Interlakner intensiv auf das nächste Jahr vor. Trotz Rückschlägen verfolgt er sein grosses Ziel weiterhin: Er will Profi werden.
Restlos zufrieden ist er nicht. Obwohl Daniel Eymann (24) beim letzten Weltcuprennen der Saison sein persönlich bestes Ergebnis der Saison ins Ziel fuhr, sagt der Interlakner: «Es wäre mehr drin gelegen.» Im norwegischen Hafjell wurde Eymann 36. Zwischenzeitlich war er fast zehn Plätze weiter vorne gelegen, sein Formstand stimmte, er hatte ein gutes Gefühl. Dann, drei Runden vor Schluss, bekam er Krämpfe. Eymann war gezwungen, das Tempo zu drosseln und das Rennen gleichmässig fertig zu fahren, sodass er am Ende doch noch aus den Top 30 fiel.

Die Leistungskurve von Daniel Eymann stimmt aber. Er steigerte sich von Wettkampf zu Wettkampf, überholte in jedem Rennen wieder ein paar Fahrer mehr und erarbeitete sich so nach und nach bessere Startpositionen. Stieg er zu Saisonbeginn noch als 130. ins Rennen, durfte er in Hafjell als 62. ran. «Das macht natürlich einen grossen Unterschied», so Eymann. Auch, dass er ohne Verletzungen durch die Wettkampfzeit kam, trug dazu bei, dass er seine Leistungen stetig verbessern konnte. Am Ende, beim Saisonfinale, kam ihm «zugute», dass er im Gegensatz zu den Spitzenfahrern nicht an der Weltmeisterschaft in Südafrika teilgenommen hatte: «Ich hatte keinen Reisestress und konnte in dieser Zeit sehr gut trainieren.»
Hindernisse von aussen
Eymann hatte aber auch Rückschläge zu verkraften. Der erste kam früh in der Saison, Ende April in Österreich. Am Haiming Forest Cross – ein Rennen, das zur zweitwichtigsten Serie neben dem Weltcup zählt – «ging von A bis Z nichts», erinnert sich Eymann. «Ich merkte von der ersten Sekunde an, dass es nicht mein Tag war. Der Start war schlecht und je länger das Rennen dauerte, desto schlimmer wurde es.» Ein Tag zum Abhaken, könnte man meinen. Aber Daniel Eymann sagt: «Solche Tage gibt es manchmal. Aber im Nachhinein bringen dich die schlechten Rennen oft mehr voran.» Im ersten Moment sei man zwar enttäuscht über die eigene Leistung und das Ergebnis, «aber wenn man das Ganze aus der Distanz analysiert, weiss man, was in Zukunft zu ändern ist.»
«Solange es mir noch Freude bereitet, mache ich weiter», sagt Daniel Eymann.
«Solange es mir noch Freude bereitet, mache ich weiter», sagt Daniel Eymann.Fotos: Eingesandt

Deutlich mehr ärgern ihn Hindernisse, die ihm von aussen her in den Weg gelegt werden. Kurz vor dem Weltcupfinale musste er eine Woche Zivilschutz leisten, was ein umfangreiches Trainingspensum zum ungünstigsten Zeitpunkt verunmöglichte. «Wenn ich ausländische Athleten sehe, die einen riesigen Support haben, sind solche Sachen sehr frustrierend.» Es gebe auch in der Schweiz für die besten Fahrer Teams, die gute Arbeit leisten, aber für jemanden wie ihn – der auf dem Sprung zum Profi-Fahrer ist – seien die Umstände schwierig: Eymann arbeitet während der Saison mindestens 50 Prozent und investiert ansonsten viel Zeit und Geld in den Mountainbike-Sport. Auf die wichtigen Rennen in Übersee muss er nach wie vor verzichten, weil ihm dazu die notwendigen Mittel fehlen.

Unterstützung auf dem Rennplatz
Aufgrund der schwierigen Umstände hat sich Daniel Eymann schon oft Gedanken gemacht, wie lange er sein Hobby noch so intensiv betreiben will. «Aber solange es mir noch Freude bereitet, mache ich weiter.» Sein Ziel ist nach wie vor, Profi zu werden. Dafür arbeitet und trainiert Eymann hart, nimmt in ein paar Wochen bereits wieder die Vorbereitung auf die nächste Saison in Angriff. Es gebe verschiedene, kleine Sachen zu verbessern, «und ich will noch konsequenter fahren», sagt der Bödeler. Auch im athletischen Bereich will er zulegen und sich im technischen Bereich steigern, da die Strecken immer anspruchsvoller werden.

In der vergangenen Saison war Eymann noch als Privatfahrer unterwegs. Nun wechselt er zum Schweizer Elite Profi-Team Giant Swiss SR-Suntour, wo er Freud und Leid mit den Teamkollegen teilen und in jedem Rennen Support von Mechanikern und Betreuern haben wird. «Das ist ein wichtiger Schritt. Die Unterstützung auf dem Rennplatz wird mir hoffentlich zugute kommen», sagt Eymann. Denn er weiss: «Ich habe noch viel Luft nach oben.»
 

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