12.08.2014

Ein Grindelwaldner gibt Bescheid!

Meine persönlichen Gedanken......
Ich habe mich in den vergangenen 11 Jahren für einen Bikeweg in Grindelwald eingesetzt, welcher den Bedürfnissen der Mountainbiker entspricht. Einige hundert Stunden verbrachte ich an Sitzungen, Begehungen und Überzeugungsarbeiten. Es ist mir ein grosses Anliegen, hier Hansueli Schild zu danken, der mich in diesem "knorzigen" Kampf um eine Regulierung der Bikewege mit seinem Fachwissen unterstützt. Auch möchte ich einigen Mountainbiker aus Grindelwald danken die mir immer wieder helfen Wege auszumähen oder auf den verschiedenen Wegen, Schäden und Passagen zu reparieren und zu verbessern. Alle diese Leute machen diese Arbeiten mit viel Enthusiasmus und unentgeldlich.
Leider ist die Situation im Kanton Bern „gelinde gesagt“ tragisch. Das kantonale Tiefbauamt hat kein Bike-Konzept und sie wissen deshalb nicht, wie sie den Bikeweg-Gesuchen aus den Destinationen begegnen sollen. Ihnen ist bewusst, dass die Situation untragbar ist. Aber ohne politischen Druck von einem Grossrat werden sie von sich aus kein Bikekonzept kreieren!
Was passiert nun mit den Bike-Gesuchen? Diese werden von dem Tiefbauamt zur Stellungsnahme an die verschiedenen Amtsstellen weitergeleitet. Die Amtsstellen prüfen diese Gesuche und wenden (leider) ein "Gärtlidenken" an. Wenn ein Trail durch den Wald führt, stellt sich die Waldabteilung oder die Jagdabteilung quer. Nach dem Motto «wehret den Anfängen». Es werden gar keine Lösungen gesucht sondern nur ihre Sichtweise berücksichtig! Dann kommt noch der Moorschutz, die Berner Wanderwege, Pro Natura, Mountain Wilderness, Fachstelle für Langsamverkehr etc. Einem Bikeweg-Gesuch im Kanton Bern kann gar nicht zugestimmt werden!
Mit dieser Haltung entfernt sich der Kanton von einem geregelten Miteinander (Wanderer vs. Biker) in ein ungeregeltes Chaos! Schade.....
Leider fehlt an den meisten Orten das Bike-Knowhow. Mountainbike wird immer als eine Gruppierung wahrgenommen. Eine Tatsache die das bestätigt, ist die Frage auf unser Gesuch warum wir den Bikeweg nur in einer Richtung beschildern wollen!!!
Dass es in diesem Sport etwa 5-6 verschieden Untergruppen gibt, begreifen die Wenigsten! Bei Weggesuchen denken alle an die „bösen Downhill-Biker“ oder Enduro-Fahrer! Dass diese Mountainbiker nur ein kleiner Teil (unter 6 %) vom ganzen Mountainbikemarkt ausmachen, wird verdrängt! Auch bewegen sich diese "bösen Biker" längst in den verschiedenen Bike-Parks (Gurten, Wirihorn, Sunnebühel etc.)
Das Unglaubliche an der ganzen Sache ist jedoch, dass man in der Schweiz auf jedem Wanderweg, wo kein offizielles Fahrverbot steht, Mountainbiken kann und darf. Destinationen, welche Regelungen zu treffen versuchen, werden einfach ignoriert und nicht wahr genommen. Diese Probleme haben nicht nur wir hier in Grindelwald, sondern auch Saanen Gstaad, Lenk, Meiringen Hasliberg, Lauterbrunnen etc. Der Kanton Graubünden hat diese Problematik erkannt und hat ein kantonales Mountainbike-Konzept erstellt! So wie ich die Bündner kenne, würden diese den Bernern dieses Konzept geben, wen sie angefragt werden.
Nun mein Aufruf an alle Mountainbiker im Kanton Bern. Befahrt die Wanderwege… es ist legal solange kein offizielles Fahrverbot steht. Der Kanton und die diversen Ämter wollen keine Kanalisierungslösung. Wenn wir auf allen Wegen fahren, werden die einzelnen Wege weniger belastet und es entstehen weniger Schäden, als wenn wir immer auf den gleichen Wegen fahren.
In dem Sinne RIDE ON und viel Spass in den Bergen

Mein Komentar:

Die bitter Erkenntnis eines Bike-Hollydays-Hotel Betreibers!

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