08.09.2014

Genuss-Biker, aber auch Hardcore willkommen!

Hab da noch was in Sachen Gstaad gefunden. Die wollen doch offensichtlich voll Gas geben. Oder doch nur Halb? Genussbiker, gute Essen und teuren Wein aber trotzdem die Hardcore-Intergralhelm-Fraktion auch mit ansprechen? Mit dem Relleri-Cup für die Kids ist da auf jeden Fall ein guter Anfang gemacht. Den an Kindern mit Intergralhelmen stören sich die Fussgänger nicht im Geringsten so, wie an Erwachsenen in eben diesen Outfit;)

Hier der Bericht in der BZ/ BOE!

Gstaad Bike World ist auf gutem Weg

Aktualisiert am 16.07.2014 3 Kommentare
Der Schönrieder Hausberg Horneggli wird das Zentrum der Gstaad Bike World: Die ersten Trails sollen schon 2015 eröffnet werden. Gefordert ist jetzt vor allem der Kanton: Er muss die rechtlichen Grundlagen für das Vorhaben schaffen.
Biker auf dem Rellerli: Schon bald wird das Angebot mit neuen Trails erweitert. Im Hintergrund die Gummfluh und Le Rubli.
Biker auf dem Rellerli: Schon bald wird das Angebot mit neuen Trails erweitert. Im Hintergrund die Gummfluh und Le Rubli.
Bild: zvg/Gstaad Saanenland Tourismus

Bestehendes Angebot

Das Optimieren der bestehenden Angebote steht neben der konkreten Angebotsentwicklung am Horneggli auch im Fokus der Gstaad Bike World. So werden die bestehenden Kommunikationsmittel der Destination Gstaad auf Vordermann gebracht. Ausserdem wurden gemäss Mitteilung die Kriterien für die Bikehotels überarbeitet und die bereits zertifizierten Häuser erneut geprüft. Eine weitere Aufgabe sei es, die bestehenden Bikerouten den heutigen Bedürfnissen der Radsportbegeisterten anzupassen. «Hier gilt es, mit der Unterstützung der Gemeinde und in Absprache mit den Landeigentümern bestehende Zaunquerungen durch befahrbare Versionen zu ersetzen, Warnwimpel und
je nach Situation Infotafeln im Gelände aufzustellen oder die Entfernung von Stacheldraht zu prüfen», wird in der Mitteilung erklärt.

Genuss-Biker im Vordergrund

«Gast kennt keine Grenzen»
Das Bikeangebot im Saanenland soll sich ganz nach dem Slogan der Destination «Come Up – Slow Down» richten, sagt Martin Bachofner, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Gstaad Bike World. Und erklärt: «Wir wollen mit unserem Angebot vor allem die Zielgruppe der Genussvelofahrer erreichen.» Also diejenigen, die nach einem Biketag im Saanenland ein Abendessen und einen guten Wein konsumieren und im besten Fall übernachten. «Ein Angebot, das sich nach unserem aktuellen Markt richtet.»
Sogennannte Chicken Runs – Strecken, auf denen gewissen Schwierigkeitsstufen auf kurzen Alternativabschnitten ausgewichen werden kann – sollen Anfänger und Familien locken. Ein Downhill-Mekka zu schaffen, sei nicht das Ziel. Was aber absolut nicht heisse, dass es nicht auch Bergabfahrten für «Hardcore-Adrenalin-Biker» geben werde, bestätigt Bachofner. Zudem sollen auch Rennvelofahrer und Wanderer von den Vorhaben der Gstaad Bike World profitieren.
Im Moment betrifft das Konzept nur das Saanenland, jedoch schliesst der Direktor von Gstaad Saanenland Tourismus nicht aus, dass es auch auf das Simmental erweitert werden könnte. «Der Gast kennt keine Grenzen. Er wechselt die Destinationen, ohne dies bewusst wahrzunehmen.» Deshalb wolle man zuerst die Prioritäten im Gebiet rund ums Horneggli setzen, ein attraktives Grundangebot errichten und erst in einem zweiten Schritt prüfen, ob eine Fortentwicklung rentabel wäre. Und auch mit dem Involvieren von privaten Partnern will man abwarten: «Erst wenn wir in Besitz einer konkreten Infrastruktur sind, werden wir nach Partnern und Sponsoren suchen.»

Mountainbike-Downhill-Rennen

Rellerli Ride Rookie Contest Die Freerider, die downhill den Berg hinuntersausen, schwärmen vom Rellerli. Nun soll der Kultberg im kommenden Herbst nach den zahlreichen Ovo- und Migros-Grands-Prix auch zum Rennberg für Biker werden: Am 27./28.September findet als Testrennen ein Mountainbike-Downhillrennen statt. Für diesen Test habe die Gemeinde Saanen spontan und unkompliziert die Bewilligung erteilt, und die Landeigentümer stehen positiv zum Rennen, teilen die Organisatoren mit.
Initiant des sogenannten Rellerli Ride Rookie Contest RRRC ist Ernst B. Frautschi. Er hat junge Biker und erfahrene Organisatoren gemeinsam an den Tisch gebracht, um am Rellerli spontan ein Mountainbike-Downhillrennen zu organisieren. Die lokalen Swiss Cycling MTB Guides Romeo Cairoli und Claude Frautschi, die bikebegeisterten Mike Hauswirth und Gabriel Knop, unterstützt vom rennerfahrenen Pascal Tinner, wollen mit einem einfachen Rennen starten. Wie früher bei den Skisportpionieren sollen beim Testrennen Herzblut und Ehrenamtlichkeit hochgehalten werden. Wenn der Test erfolgreich verlaufe, brauche es künftig nur eine kleine Namensänderung, um Teil des internationalen iXS Rookies Cup zu werden.
Für den Freeride über alte Alpwege vom Berg über Unters Rellerli, Obere und Untere Bodme zur Talstation sollen bald mit den Landbesitzern und Pächtern die letzten Details und Anpassungen geregelt werden. Dem OK sei es wichtig, «dass die Biker nicht überborden und damit das Miteinander mit Wanderern, Gästen und der Natur fair, ganz Gstaad-like, gelebt wird», steht in der Mitteilung.
 
 
Im vergangenen Herbst wurde die Gstaad Bike World GmbH ins Leben gerufen. Allegra Tourismus, welche das Projekt betreut, hat die Destination seither intensiv unter die Lupe genommen. Analysiert wurde, wo sich die Entwicklung eines konkurrenzfähigen Gesamtangebots mit diversen Streckenvarianten optimal realisieren lässt: Die Wahl fiel auf das Gebiet rund um den Schönrieder Hausberg Horneggli.
«Die vertretbare Höhendifferenz von 540 Metern bis zur Bergstation und die potenzielle Verbindung Richtung Saanenmöser, Zweisimmen, Turbach, Launen und Gstaad prädestinieren diesen Berg für den Ausbau eines geordneten Bikeangebots der Gesamtdestination», begründete Gstaad Saanenland Tourismus (GST) den Entscheid in einer Pressemeldung. Ein weiterer, ausschlaggebender Vorteil sei die vorhandene Infrastruktur der Bergbahnen Destination Gstaad AG.
Breiter Konsens erwünscht
Die inzwischen erstellte Konzeptidee auf dem Horneggli mit Bikewegen, Flow- und Gravity-Trails wird demnächst weiterentwickelt: Erfahrene Trailplaner werden in den nächsten Tagen damit beginnen, die bereits erstellten Planungsskizzen mit den topografischen Gegebenheiten zu kombinieren und zusammen mit den Landeigentümern die Möglichkeiten für eine optimale Streckenumsetzung zu prüfen. Damit soll die Grundlage für den Bau der diversen Strecken oder nötigen Weganpassungen geschaffen werden.
Nebst den betroffenen Landeigentümern sind insgesamt 34 Personen von diversen Ämtern der Kantonsverwaltung bis hin zu den Gemeinden in den Abstimmungsprozess integriert. «Wenn wir ein nachhaltiges touristisches Gesamtpaket schnüren, das konkurrenzfähig und Gstaad-like sein soll, dann geht es nicht anders», stellt Patrick Bauer, Projektleiter der Gstaad Bike World, fest. Wichtig sei ihm, dass das Projekt von einem breiten Konsens durch alle Disziplinen getragen werde und dass für einen konsequenten Unterhalt gesorgt sei.
Und zumindest in der ersten Angelegenheit könne aufgeatmet werden: Seitens der Landeigentümer sei man auf grosse Offenheit gestossen. «Wir prüfen verschiedene Modelle, um mit den Landbesitzern ein faires Abkommen zu treffen», sagt Martin Bachofner, Direktor von GST und Vorsitzender der Geschäftsleitung der Gstaad Bike World.
Kanton Bern ist nicht bereit
Der Radtourismus boomt: In Europa wird damit laut dem italienischen Radverband 44 Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaftet. In der Schweiz haben die Kantone Wallis und Graubünden die Mountainbiker als wichtige Kunden schon vor zwanzig Jahren entdeckt. Anders im Kanton Bern: Hier hat sich gemäss Medienmitteilung von GST «noch keine andere Destination derart intensiv mit dieser Thematik auseinandergesetzt». Deshalb wundere es nicht, «dass auf der behördlichen Ebene zunächst die Zuständigkeiten ausgelotet und die rechtliche Lage ausführlich begutachtet werden muss».
Die involvierten Ämter sind zahlreich: das Tiefbauamt, das Amt für Raumplanung, die Waldabteilung, das Jagdinspektorat, Berner Wanderwege, das Amt für Landwirtschaft und Natur, der Naturschutz und viele andere mehr. «Der Kanton Bern hat im Bereich Mountainbike noch Nachholbedarf, und so erweisen sich diese Abklärungen als langwierig», stellt Bachofner fest. Er hat jedoch Verständnis für die rechtlichen Notwendigkeiten: «Das sind eben die Schattenseiten der Pionierrolle.»
Weiter beeinflusst wird der Projektfortschritt durch die Wetterverhältnisse und die Finanzierbarkeit. Zu Letzterem kann Bachofner noch keine genauen Angaben machen: «Unsere Experten rechnen gemäss Hochrechnungen mit einer Investitionssumme zwischen vier und fünf Millionen Franken.» Zuerst müsse jedoch entschieden werden, was alles realisiert werden könne und was nicht.
Zudem: «An der Finanzierung sind diverse Akteure beteiligt. Wer einen direkten Nutzen vom Projekt zieht, hat sich daran auch zu beteiligen», sagt er. Läuft alles nach Plan, sollen die ersten Trails schon im Sommer oder Herbst 2015 eröffnet werden.

http://www.bernerzeitung.ch/region/thun/Gstaad-Bike-World--ist-auf-gutem-Weg/story/25326518

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